Orientteppich Fachterminologie
Saadi: persischer Poet, 1213/19-1292 n. Chr., Schiraz, dort auch begraben
Saadi daste gole: Muster in Kirmanteppichen (in Verehrung des Dichters Saadi)
Saber: renommierte Knüpferei in Mesched
Safawiden: persische Dynastie (1501 - 1721n. Chr.), Hochblüte der Kunst
Saflor: carthamus tinctorius, Färberdistel, Gelb bis sanftes Rot färbend
Safran: crocus sativus, Gelb färbend, Gewürz, hauptsächlich für Lebensmittel verwendet
Safi-Khani: Stamm der Ghaschghai
Safischam: Stamm der Ghaschghai
Säfid Ferahan: hellgrundiger Ferahan (Feraghan)
Sägeblattbordüre: siehe Weinglasbordüre
Saggada: arabischer Gebetsteppich, wahrscheinlich Basis für das türkische Teppichmaß seccadeh (ca. 120 cm x 190 cm)
Sahir Shahi: Muster im Afghanteppich, benannt nach dem letzen König von Afghanistan
Saidabad: heute Sirdjan (Afsharteppich)
Sakar: Turkmenenstamm
Salam aleikum: bei allen Moslems gebräuchliche Grußformel, deutsch "Friede sei mit Euch"; Antwort: "Wa-aleikum as-salam", deutsch: "Auch mit Euch sei der Friede."
Salor: Turkmenenstamm
Samaniden: persische Dynastie, 873-999
Samarkand: historische Stadt in Usbekistan, Sitz von Timur Lenk, Orientteppich-Provenienz
Samowar-Muster: dreistufiges Zentralornament (Silhouette eines Samowar zeigend)
Samsun: anatolischer Teppiche der Besimproduktion
Sanandadj: früher Senneh
Sanguzko-Teppich: Tierteppich des 16./17. Jh., unter anderem Sammlung Thyssen-Bornemiza
Saph (Saf): türkischer Reihengebetsteppich (sogenannter Familiengebetsteppich)
Sar: persisches Längenmaß, siehe Zar
Sarandaz: Kopfstück im orientalischen Teppichset
Sardar-Motiv: besonderes Teppichmuster in der Bordüre
Saronim: siehe Zaronim
Sarpatnusi: usbekische Seidenstickerei
Sarquart: seltene Bezeichnung, siehe Sartcharak
Sarre, Friedrich: Kunsthistoriker, Forschungsreisender und Autor ("Altorientalische Teppiche")
Sartscharak: siehe Zart(s)charak
Saryk (Göl): Turkmenenstamm, siehe dort (Primärornament)
Sassaniden: persische Dynastie, 226-642 n. Chr.
Satteldecke: Gaschya, Ruplani, Rutakali, Tainaktscha, Konaktscha
Satteltasche: siehe Chordjin, Heybeh
Säulenmotiv: seitlich das Mihrab tragende Ornamente in Gebetsteppichen
Säulenteppich: chinesische Säulenumkleidung mit Knüpfteppichen
Säurefarbstoffe: synthetische Farbstoffe
Savonnerie: 1604 von Henri IV im Louvre gegründete Teppichmanufaktur, anschließend nach Chaillot bei St. Cloud in eine ehemalige Seifensiederei verlegt
Sayyid (Saïd): väterlicherseits Abkömmling des Propheten, siehe auch Tabatabei
S-Borte: wie der Buchstabe "S" geformtes Musterelement, siehe S-Motiv
Schachschekaste: (persisch für "zerbrochenes Gehörn"), geometrisches Musterelemt in hellgrundigen Kaschan-Teppichen
Schaddah: kaukasisches Flachgewebe, meist Satteldecke
Schah Abbas-Muster: besonderes Blütenornament, benannt nach Schah Abbas dem Großen (1587-1629 n. Chr.)
Schah-Zahir-Muster: besonderes geometrisches Muster in Afghanknüpfungen
Schappseide: auch Flockseide; vergarnte, langfädige Seidenabfälle
Scharbaff: persische Stadtknüpfung, z.B. Hamadan-Scharbaf
Schasch-Bulutschi: Stamm der Ghaschghai
Scheich Saffi: Musterbezeichnung des sogenannten Ardebil oder Holy Carpet
Scheker-Bayram: 3 Feiertage nach Beendigung des Fastenmonats Ramadan
Schekiri-Bordüre: botehverzierte Bordüre im Sarough-Mir u. Serabend
Schemacha: Kaukasus, Schirvangebiet, früher Orientteppiche-Stapelplatz, Seidenindustrie
Scheren: Flortrimmen während und nach Fertigstellung des Teppichs
Scherkat-e-farsch: staatliche iranische Teppichgesellschaft
Schicksalsknoten: buddhistisches Stilelement in Orientteppichen, besonders im chinesischen Kulturkreis
Schiiten: eine der beiden Hauptkonfessionen des Islam, Mehrheit im Iran
Schild-Kasak: andere Bezeichnung für Sejwan-Kasak mit schildartigem Zentralornament
Schirazi: Längsrandbefestigung am Orientteppich, wollummantelter Seitenstrang
Schirschekeri-Muster: zentrales Gitterlinenmuster, hauptsächlich in kurdischen Knüpfungen
Schisch-Buluki: Stamm der Ghaschghai
Schlitzwebtechnik: typisch bei Kelim (Flachgewebe), daher auch die Bezeichnung "Schlitzkelim"
Schotori: persisch für "kamelfarben"
Schur: egalisierender Oberflächenglattschnitt eines Orientteppichs
Schürmann, U.: Autor mehrerer Orientteppich-Bücher
Schurwolle: Wollklassifizierung nach dem Internationalen Wollsekretariat
Schürze: breiter Querwebabschluß bei Orientteppichen
Schuß: quer eingetragener Faden im Grundgewebe
Schwerter-Kasak: Handelsbezeichnung für Tschlaberd
Schwarze Kirche: Kirche mit berühmter Teppichsammlung in Kronstadt (Brasov), Rumänien
S-Drehung: Drehrichtung der Garnspinnung im Uhrzeigersinn, bei Strukturanalysen
Seccadeh: türkisches Teppichmaß von ca. 1,20 m x 1,90 m
Sedschdeh: siehe Seccadeh
Sefahan: alter Name für Isfahan, heute noch in Pakistan üblich
Seide: siehe Reine Seide
Seidenkokon: Gespinsthülle des Seidenspinners, die zu reiner Seide verarbeitet wird
Seidenstraße: alter Handelsweg von China durch Zentralasien bis zum Mittelmeer, Haupthandelsroute bis zur Entdeckung des Seeweges nach Indien durch Vasco da Gama
Seldschuken: Hauptstamm der Oghusen und direkte Vorfahren der Osmanen
Seldschuken-Teppiche: geborgen in Konya, Beyschehir und Fostat (Kairo)
Sel selei: Blütenbandmuster im Kirman
Semer: türkischer Packsattel (bisweilen knüpfverziert)
semi-antik: Ausdruck für mindestens 50 Jahre alte Orientteppiche
Senneh-Knoten: Teppichknüpfknoten, auch persischer Knoten
Seray: persisch für "Hof", die Verkaufshöfe / Stapelplätze im Bazar
Seyraffian: renommierte Manufaktur in Isfahan, Gründer Mohammad Ali S.
Shagird: Knüpferlehrling
Shahnashin: auch Sernischin, Herrensitzteppich im Haushalt
Shanghai: Knüpfzentrum in China
sherkate-e-farsch: Kurzbezeichnung der nationalen, staatlich-iranischen Teppichmanufaktur
Shigaze: Stadt in Tibet, Teppichprovenienz
Shikargha: persischer Jagdteppich
Shotori: eigentlich "Kamel", hier: Kamelwolle, auch kamelhaarfarben
Shou: chinenisches Glückszeichen, oft in Orientteppichen
Sibirienteppiche: grobe Knüpfungen, ca. 60.000 Kn./m2, mit altrussischen Mustern
Sibiu: rumänischer Name für Hermannstadt, siehe dort
Siebenberge: Muster im Hereke-Teppich
Siebenbürgen: heutiges Teppichknüpfgebiet in Rumänien, Transsylvanien
Signatur: hier: Namenszug im Knüpfteppich
Sileh: handgewebter Orientteppich ohne Flor, Kaukasus
Sil-i-Sultan: siehe Zil-i-Sultan
Sinekli-Muster: türkisch, wörtlich "Fliegenmuster", Kleinstblüten in anatolischen Orientteppichen
Sinkiang: chinesische Westprovinz, früher Ostturkestan, Orientteppich-Produktion
Sirchaki: sogenannte Ausgrabungsmuster, hauptsächlich im Kaschmar
Skyten: antikes, nomadisierendes, indoiranisches Reitervolk in der südruss. Steppe
S-Motiv: charakteristisches Teppichmuster, Herkunft umstritten, wahrscheinlich abstrahierter Drache als Lebenssymbol
Smyrna: heute Izmir, bedeutende Orientteppich-Produktion im 19. Jh., auch "Biedermeierteppiche" genannt
Sobokli: Symbol der sieben Stufen zum Paradies, oft siebenzeilige Bordüre
Soffreh: Knüpf- und Webteppich, meist Speisedecke der Nomaden
Sommerteppich: in iranischen Bürgerhäusern gebräuchliche Orientteppich-Garnitur für den Sommer
Sondermaß: von den Grundmaßen abweichende Größe
Sonnenbrandmuster: beherrschendes Musterelement in alten Ferahanteppichen
Soumakh: handgewebter Orientteppiche ohne Flor, Flachgewebe
Sotun, Sotuni: persisch für "Säule", von Säulen getragenes Muster
Spanischer Knoten: spezieller Teppichknüpfknoten, fast ausschließlich in spanischen Knüpfteppichen
Spannen: Glätten welliger Teppiche
Spiegel: siehe Kafzadeh
Spinne: häufiges Symbol in turkmenischen Teppichen; sollte schädliche Insekten bannen
Spinnen, das: ausgehend vom Wollrocken, wird per Hand oder maschinell ein (Knüpf-)Garn gedreht
Sprung: hier: Fachausdruck für Elastizität der Wolle
Srinagar: Hauptstadt der nordindischen Provinz Kaschmir, bedeutende Teppichproduktion
Stachelschnecke: siehe Murexschnecke und Purpur
Stammeszeichen: bisweilen auf Teppichen der Nomaden zu finden
Stapel: fachtechnischer Ausdruck für die Einzellänge von Fasern
Stapelware: siehe Commerzware
Stapelplatz: Handelspunkt mit Warenangeboten
Sterblingswolle: siehe Gerberwolle
Strichrichtung: Richtung, in die der Flor weist, immer zum Anfang des Teppichs
Strip: Handelsbezeichnung für schmale, kleine Längsformate: ca. 40-60 cm x 140-180 cm
Strukturanalyse: wissenschaftliche Untersuchung der Knüpfung zur Feststellung der Herkunft/Zuordnung eines Orientteppichs
Stundenglas: an ein Stundenglas erinnerndes X-artiges Motiv
Sultan: orientalischer Herrschertitel
Sultananbad: heute: Arak, Iran
Sumach: Gewürz
Sumak: florloser Webteppich
Sümerbank: nationaltürkische Entwicklungshilfebank speziell in der Textilwirtschaft
Sunniten: die größere der beiden Hauptkonfessionen des Islam
Suq: arabisch für "Bazar"
Sure: Kapitel des Korans
Susa: antike Bezeichnung für das heutige Schusch, Südiran
Sürmey: dunkelstes Blau des Indigo
Suzani: feine Nadelstickerei aus Usbekistan (Suzani = persisch für "Nadel")
Suzanjird: feine Wirkteppiche, ursprünglich aus dem Gebiet von Senneh, angeblich Auslöser der europäischen Gobelinstickerei (grand/petit point)
Swastika: Sanskrit für Hakenkreuz, antikes Mustersymbol
Symmetrischer Knoten: auch Türkischer Knoten, Turkbaff, G(j)ördes-Knoten
synthetische Farbstoffe: Industriefarbstoffe (im Gegensatz zu sogenannten Naturfarbstoffen)
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